Gebieterische Künstlichkeit

Kultur | Gerhard Midding | aus FALTER 14/07 vom 04.04.2007

FILM Das Filmmuseum zeigt das Gesamtwerk von Josef von Sternberg (1894-1969), dem Mann, der Marlene Dietrich "erschaffen" hat und ganz auf die schöpferische Kraft des Lichts vertraute.

Der Reichtum eines Werks lässt sich schon daran ermessen, wie viele Schlüsselszenen einem auf Anhieb einfallen. Im Fall Josef von Sternbergs ist die Auswahl besonders groß. Am aussagekräftigsten ist vielleicht die Hinrichtungsszene aus "Dishonored" (1931). Die entlarvte Spionin Marlene Dietrich bittet am Ende des Films den jungen Leutnant, der das Erschießungskommando befehligt, seinen Säbel so zu halten, dass sie sich darin spiegeln und noch einmal angemessen schminken kann.

Sich ins rechte Licht zu setzen, bis zum Ende die Kontrolle über das eigene Bild zu bewahren, darin lag der nicht unbeträchtliche Ehrgeiz dieses Regisseurs, dessen Toleranz, wie der britische Filmhistoriker Kevin Brownlow einmal anmerkte, auf einer Bajonettspitze Platz hatte. Schenkt man den Lebenserinnerungen "Fun in a Chinese


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