Nüchtern betrachtet

Ich sollte gut drauf sein

Kultur | aus FALTER 14/07 vom 04.04.2007

Mein rechter Ellbogen ist ramponiert, meine linke Schulter verspannt, in der rechten Hüfte verspüre ich ein irgendwie semiungutes Ziehen, das von zukünftigen Unannehmlichkeiten kündet, meine Haarwurzeln schmerzen, wenn mein Haupthaar berührt wird, der Bobobiobrotlaib ist innert einer Woche verschimmelt, und Bassklarinette kann ich auch noch immer nicht spielen. Es fällt mir zurzeit nicht ganz leicht, mich in eine adäquat animierte vorösterliche Stimmung zu versetzen. Das tut mir leid. Ich fühle mich dazu verpflichtet. Die Welt, so denke ich, hat ein Anrecht darauf, von mir umarmt und geherzt zu werden. Es gibt genug Mühselige und Beladene, die Grund zu Klagen haben, die Reichen und Leichten aber sollten diese nicht hoffärtig mehren, sondern Geld und Freude spenden, ansonsten aber die Klappe halten, wenn die globale Emission von Frohsinn dadurch nicht um ein Winziges gemehrt wird. Dass die Verbreitung von Übellaunigkeit irgendwelche subversiven Ziele verfolge, ist eine als politisches

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