Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 14/07 vom 04.04.2007

Sex

Supertante Mangels eigener Kinder stopfe ich beachtliche Mengen an schaumcremegefüllten Osterhasen in anderer Leute Kinder, zerre sie, ganz Supertante, zum Saturn, in den H&M und bitte um Ausbeutung, bis meine Kreditkarte in Fransen hängt. Als Gegenleistung lasse ich mir Coolheitspunkte verleihen, denn ich bin die, die die Kids kennt, ich war ja selber eins und hab's nicht vergessen. Jahrelang konnte ich mich am Wissen um die Tatsache ergötzen, dass ich die eine Erwachsene bin, weltweit, die den Spagat zwischen Generationen aufheben konnte. Bis gestern. Zwei Zwölfjährige Wahlnichten schwatzten schaumzeugmampfend und aufgetuned mit Tante Heidis Maxipack-Kinderschminksalon vor sich hin. Gerührt spitzte ich mein Ohr, um bei den aktuellsten "Hanni&Nanni"-mäßigen Problemen beistehen zu können. "Und - ist die Ella noch mit dem Kevin zsamm?" "Nö, aber Sex kann sie sich schon vorstellen." Ich war, naja, schon schockiert. "Ah. Mit ihm?" "Spinnst. So allgemein mehr." Das kam mir dann doch wieder bekannt vor.

HEIDI LIST

Fussball

Wunder zum Wundern Erst huldigten sie dem Sturm Graz des Hannes Kartnig, der notorischen Kleingeistern gezeigt habe, wie man die Champions League aufmischt. Dann dem GAK, der seinen Triumph über den größenwahnsinnigen FC Stronach schlicht ehrlicher Arbeit verdanke. Und schließlich jenem Klub aus dem Linzer Vorort Pasching, der als FC Superfund zum "Dorfwunder" avancierte. Im Rückblick glänzen die von den Medien aufgebauschten "Erfolgsstorys" etwas weniger hell. Sturm und GAK kämpfen nach ihren teuer erkauften Höhenflügen gegen die Pleite, der FC Superfund soll nach Kärnten verschachert werden. Wunderwuzzis entpuppen sich als Wehs. Aber Fußballreporter sind halt auch nur Fans.

GERALD JOHN


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