Stadtrand

20-Cent-Station

Stadtleben | aus FALTER 14/07 vom 04.04.2007

Öffis fahren wird teurer. Alles wird teurer. Deshalb bezahlt das Öffipublikum bald 1,70 statt wie bisher 1,50 Euro für die Fahrt. Entsprechend mehr kosten ab 1. Juni auch Jahres-, Monats-und Wochenkarten. Natürlich kann man jetzt sagen, in Tokio kosten öffentliche Transportmittel zehnmal so viel. Und, schon schön, in Wien kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln noch gut weg. Aber, wir sind froh, dass unsere Öffisaison heuer nur kurz war und wir wieder am Fahrrad sitzen. Bei uns ist sozusagen 20-Cent-Station. Was haben wir in zwei Wiener-Linien-Monaten alles erlebt? Erwachsene Menschen hatten die Hosen voll und verbreiteten entsprechende Gerüche. Jemand aß Gulasch in der Straßenbahn, andere asiatisch mit Stäbchen. Ein Herr transportierte in der U4 zur Hauptreisezeit eine circa fünf Meter lange Leiter, ein anderer in der U6 einen vollen (!) 10-Liter-Benzinkanister. Es gab unzählige Vollbremsungen, Pöbeleien seitens der Chauffeure und Verspätungen. Wir sind also froh, wieder zu radeln. Auch wenn's manchmal echt ungut ist, zum Beispiel auf der radspurlosen Alser Straße. Oder vor der Hauptuni. Wer plant so was? C. W.


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