Morgengabe am Grassnitzberg

Kultur | Paul Pechmann | aus FALTER 14/07 vom 04.04.2007

LITERATUR Die aus der Südsteiermark stammende Andrea Stift zerpflückt in ihrem Buchdebüt "Reben" ein "starkes" Stück Familiengeschichte.

Im literarischen Abarbeiten familiärer Spurensuche erkunden schreibende Nachkommen oft auch die eigene Identität. Mitunter mit dem Ziel, psychische Traumata zu lindern. Fernab von selbsttherapeutischer Absicht nimmt sich aber Andrea Stift die Biografie ihrer Urgroßmutter zum Stoff für ihr erstes Buch, das den Leser auf einen gut hundert Jahre durcheilenden Ausflug ins steirische und einstmals untersteirische Rebenland mitnimmt. Das historische Vorbild der Hauptfigur, Anna Stift, starb ein Jahr, bevor die heute 30-jährige Autorin Andrea Stift auf die Welt kam. Diesem Umstand verdankt sich der emotionale Abstand, den die Erzählerin zu ihrem Objekt hält, ein kühler Chronistenton verleiht der Geschichte gemessenen Ausdruck.

Die Vita der Anna Stift ist weniger bemerkenswert als deren Wesen: Mit dem Willen ausgestattet, "ein bisschen mehr Geld und


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