Lust auf Apokalypse

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 15/07 vom 11.04.2007

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Klimawandel: eine heiße Sache, bei der es einem wunderbar kühl den Rücken hinunterläuft.

Reden wir vom Klima. Wieso, wo doch das Osterwetter so schön und normal war? Aber was heißt das schon, normal? Selbst das Normale erregt Verdacht. Gerade durch seine Unauffälligkeit fällt es uns auf. Oder sollte uns auffallen. Ist das Wetter für die Jahreszeit nicht einen Hauch zu angenehm? April tut, was er will, und was tut das Wetter? Es ist angenehm. Irgendwie unangenehm angenehm. Während wir das Normale als Ausnahmefall empfinden, kommt uns die Katastrophe wie der Normalfall vor. Lustvoll bezichtigt sich zumindest ein Teil der Menschheit, durch sein Verhalten die Apokalypse herbeizuführen.

So wie die Tendenzen zum Fundamentalismus stärker werden, wächst auch die Bereitschaft, an die bevorstehende Katastrophe zu glauben. Und vor allem daran, dass sie wohlverdient ist. Endlich ist es heraußen, und irgendwie fühlt sich das Wohlverdiente wohlig an: Der Mensch ist

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