Was der Mensch kostet

Vorwort | Paulus Hochgatterer | aus FALTER 15/07 vom 11.04.2007

KOMMENTAR Jeder vierte Österreicher ist psychisch krank, dadurch entstehen immense Kosten, und die Versorgungsstrukturen fehlen.

Konfrontiert mit den Daten der Studie "Cost of Disorders of the Brain in Europe", scheint man sich als Kinderpsychiater vorerst im Leo zu befinden. Man ist verwöhnt durch die überschaubare Zahl verschreibbarer Medikamente, durch die Zuverlässigkeit, in der die meisten Patientinnen und Patienten schon infolge geringfügiger Interventionen gesünder werden, durch die Denk-und Handlungsspielräume, die, sofern einem gerade nichts Originelleres einfällt, abwesende Väter, trennungsängstliche Mütter oder überforderte Lehrer eröffnen, und letztlich dadurch, dass die Zuständigkeit des Faches in der Regel endet, lang bevor die Probleme wirklich chronisch werden. Außerdem kann man immer noch halbwegs sicher sein, dass die Menschen Kinder grundsätzlich mögen, egal, ob diese in ihrem Verhalten ein bisschen originell sind oder nicht. Allem Anschein nach gilt das


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