Standpunkt

Kinder-Kreis

Politik | aus FALTER 15/07 vom 11.04.2007

Frankreich tut es. Finnland tut es. Deutschland plant es. Und Österreich? Hier gründet man einen Kinder-Arbeitskreis. Dort sollen die Frauen-, Bildungs-, Finanz-, Wirtschafts-und Familienminister über Kinderbetreuungsplätze diskutieren. Dabei liegen die Fakten auf der Hand: Es gibt hierzulande gerade einmal für zwölf Prozent aller Kleinkinder einen außerhäuslichen Betreuungsplatz. Es bleiben also 88 Prozent aller Mütter (und wenige Väter) entweder bis zum dritten Geburtstag ihres Kindes zu Hause und verlieren somit auch ihren Kündigungsschutz. Oder sie strudeln sich zwischen (Teilzeit-)Job und Kind bei der Großmutter ab. Muss man da wirklich noch groß darüber debattieren, dass das Land dringend mehr Kinderkrippen braucht? Reicht ein Blick nach Frankreich oder Finnland nicht, um zu verstehen, dass Kindergärten und Krippen eine Notwendigkeit sind, damit der weibliche Teil der Bevölkerung im gleichen Maße am Wirtschaftsleben partizipieren kann? Ein ausreichendes Betreuungsangebot für Kinder bedeutet nicht, dass Frauen, die bei den Kindern bleiben wollen, arbeiten müssen. Aber es ist die Grundvoraussetzung dafür, dass Frauen sich für Kind und Karriere entscheiden können. Deutschland hat das verstanden. Dort wird das Betreuungsangebot für unter Dreijährige bis 2013 verdreifacht. Österreich braucht dafür noch einen Arbeitskreis. N. H.


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