Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 15/07 vom 11.04.2007

Schmutzige Geheimnisse in biederen Upper-Middleclass Landhausküchen und Abgründe hinterm makellos weißen Gartenzaun: David Lynchs Blick auf die amerikanische Vorstadt-Spießeridylle in "Blue Velvet" ist Role-Model für diverse Serien, zuletzt versuchten sich die "Desperate Housewives" in diesem Genre. Weniger platt und um einiges fieser wird jetzt in der US-Serie "Weeds - Kleine Deals unter Nachbarn" (Pro 7, Mi., 22.10 Uhr) der American way of life persifliert. Im fiktiven kalifornischen Vorort Agrestic kämpft die tadellose Elternvereinsaktivistin und Bürgersgattin Nancy Botwin ums Überleben. Nachdem ihr Mann überraschend gestorben ist, hat sie begonnen, Marihuana an die Nachbarn zu verhökern - der einzige Weg, um den Lebensstandard der Familie zu halten. Nancy ist krampfhaft bemüht, in ihrer weißen konservativen Nachbarschaft die Fassade zu wahren, locker sein kann sie nur bei der grundsympathischen schwarzen Familie in der räudigen Gegend, wo sie ihren Stoff einkauft. Doch die wirklich üblen Geschichten liefern Nancys saubere Nachbarn: Betrug, Alkoholismus, Ehebruch, Gemeinheiten. Hohe Schule.


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