Kunst und Krempel

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 15/07 vom 11.04.2007

KUNST Zu seinem 300. Jubiläum gibt sich das Dorotheum international und glamourös. Das Wiener Auktionshaus ist einzigartig - eine Sozialeinrichtung, ein Museum für Alltagskultur und Tatort der NS-Raubzüge. Wie modern ist das altehrwürdige Pfandl heute aber wirklich?

Im Ludwigstorff-Saal herrscht rege Betriebsamkeit. Die Auktionatorin am Pult weist auf die Geschäftsbedingungen hin, während im Saal noch einer der zahlreichen älteren Herren Platz nimmt. Vermutlich kommt er gerade aus dem Franz-Saal, wo die heute angebotenen Uhren, Fayencen und Antiquitäten in Vitrinen stehen. Bei den Dorotheumsauktionen werden keine Objekte herein-und hinausgeschleppt, sie erscheinen nur als projizierte Fotos im Saal. Über den Köpfen der Bieter zeigt ein Bildschirm die aktuellen Gebote in Euro, Dollar, Franken und Pfund an. Der Zuschlag erfolgt hier nicht durch Hammerklopfen, sondern mittels Schlag auf eine Klingel, wie sie in Hotels früher üblich war, um den Portier zu rufen. Trotz des vollen


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