Kunst kurz

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 15/07 vom 11.04.2007

Der Garten spielt in geschlossenen Anstalten oft eine besondere Rolle. So wurden schon die Klostergärten nicht einfach nur zu nützlichen Zwecken angelegt, sondern dienten auch der Meditation. In Gefängnissen wird Gartenarbeit zur Resozialisierung eingesetzt oder als spezielles Privileg gewährt. Etwa im Kriegsverbrechergefängnis Spandau, wo die Nazis Albert Speer und Karl Dönitz garteln durften. Die Künstlerin Cornelia Schmidt-Bleek geht in ihrer beziehungsreichen Ausstellung in der Galerie Hohenlohe (bis 19.5.) auf ein aktuelles Beispiel ein. Letztes Jahr berichteten US-Medien, dass die Häftlinge in Guantánamo im Essen gefundene Melonen-und Zitronenkerne heimlich gepflanzt hätten. Die Künstlerin hat in Bezug auf diese dubiose Meldung eine Serie von Zeichnungen mit Granatapfelsaft angefertigt. Darin verarbeitet sie Formulierungen aus den Zeitungen: Auf kleinteilig gezeichneten Grenadinen ist etwa "Guerilla Gardeners" zu lesen oder der Slogan der angeschlossenen Kampagne "Send


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