Inferno der Todesangst

Andreas Dallinger | Kultur | aus FALTER 15/07 vom 11.04.2007

MUSIKTHEATER Trost durch Gesang: Georg Friedrich Händels Oper "Giulio Cesare in Egitto" im Theater an der Wien.

Tief im Bühnenhintergrund acht Frauen und Männer. Nacheinander betreten sie das schwarze Loch eines gewaltigen Granitquaders, der sich zum Publikum hin öffnet. Aus seinem Gravitationsfeld werden sie sich kaum mehr entfernen können. Und wollten sie gerade noch, nach kriegerischer Zeit, den Frieden und die Harmonie begrüßen, reißt sie die erneute Begegnung mit dem gewaltsamen Tod von den Beinen. Das schwarze Loch hat seinen Ereignishorizont offenbart. An ihm vertauschen Raum und Zeit ihre Bedeutung. Schlagartig fallen die Menschen in sich selbst zurück, haltlos.

Georg Friedrich Händels "Giulio Cesare in Egitto" ist in der Neuproduktion des Theaters an der Wien ein Inferno der Todesangst. Regisseur Christof Loy entkleidet nicht nur die Geschichte aller Äußerlichkeit. Auch Cesare, Cleopatra, Tolemeo, Cornelia, Sesto, Achilla, Curio und Nireno sind nicht länger die, denen

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