Jour fixe der Vernunft

Kultur | Ulrich Weinzierl | aus FALTER 15/07 vom 11.04.2007

WISSENSCHAFT Die vielleicht beste Volksuniversität der Welt: Seit zwanzig Jahren veranstaltet die Stadt Wien die "Wiener Vorlesungen". Eine Würdigung.

Zwanzig Jahre ist kein rechtes Alter: jenseits der Pubertät, noch nicht ganz erwachsen. Für Veranstaltungsreihen freilich gelten andere Gesetze: Mit zwanzig und etwas Glück sind sie bereits eine Institution. Selten trifft das so buchstäblich zu wie auf die in diesen Tagen ihr Gründungsjubiläum begehenden "Wiener Vorlesungen". Sie haben unzählige Gesichter - und eines, das sich (von unvermeidlichen Abnützungsspuren abgesehen) immer gleich bleibt: Es ist jenes des Organisators, Hubert Christian Ehalt, des mehr als rührigen, nämlich rühmlichen Wissenschaftsverantwortlichen im Beamtenapparat der Stadt Wien.

Woche für Woche finden seit dem Frühling 1987 in den Festsälen des alten und neuen Rathauses Vorträge und Diskussionen statt. 3000 Referenten vor einer halben Million Hörer - solche Zahlen sprechen Bände. Nicht nur im metaphorischen


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