Aus der Tiefe der Berge

Kultur | Wendelin Schmidt-Dengler | aus FALTER 15/07 vom 11.04.2007

LITERATUR Der nun erstmals publizierte Roman "Rummelplatz" des DDR-Schriftstellers Werner Bräunig (1934-1976) ist eine editorische, aber keineswegs eine literarische Sensation.

Er war kein Unbekannter, dieser Werner Bräunig (1934-1976), weder in der Bundesrepublik und schon gar nicht in der DDR. Heute allerdings ist er nur den Spezialisten ein Begriff, und die Frage, ob sich das durch die Publikation des nachgelassenen 770-Seiten-Schmökers "Rummelplatz" schlagartig ändern wird, ist so unberechtigt nicht. Der Roman hatte Aufsehen gemacht, damals, 1965, als Auszüge daraus in dem DDR-Organ Neue Deutsche Literatur erschienen waren; genau gelesen soll Walter Ulbricht den Text nicht haben, aber Freunde hatten ihm als Lesehilfe anstößige Stellen vorsorglich angestrichen, und das genügte, um den als begabt eingestuften Autor in Ungnade fallen zu lassen: Das Buch konnte nicht erscheinen, und Bräunig hat sich von diesem Schock nicht mehr erholt. Er publizierte zwar weiterhin Kurzprosa und


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