Spielberg neu

Siesta am Ring

Politik | Wolfgang Kühnelt | aus FALTER 16/07 vom 18.04.2007

Nach Angaben der Projektbetreiber soll in Spielberg die modernste Test-, Prüf- und Rennstrecke in Europa entstehen. Der eigentliche Ring ist unterteilt in einen Nord- und einen Südkurs. Daneben gibt es ein Test-Oval, unter anderem mit einer Motocross-Strecke, und den Offroad-Bereich im Norden des Geländes. Insbesondere gegen diese beiden Elemente protestieren die Ring-Gegner Karl Arbesser und andere Anrainer vehement. Dazu kommen im Plan zehn "synthetische Module", die unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten für Fahrzeugtests bieten. Mit einer Selbstbedienungstankstelle, Werkstätten, Waschboxen und einem Restaurant ist der Ring weitgehend von seiner Umgebung unabhängig. Die Architektur des Duos Domenig & Wallner soll die Hochbauten nach dem Willen von Investor Mateschitz und Co. zu einem neuen Wahrzeichen in der Region machen. Die Gebäude sind laut den Betreibern so konzipiert, dass sie Lärm absorbieren, zusätzlich sind Lärmschutzwände mit insgesamt rund zwei Kilometern Länge vorgesehen. Um den Anrainern die Siesta nicht zu verderben, wird zwischen 12 und 13 Uhr eine Mittagspause eingehalten, ausgenommen sind allerdings Rennveranstaltungen. Maximal 25.000 Zuschauer werden auf dem Gelände zugelassen. Der Höhepunkt im Rennkalender soll die DTM, die "Deutsche Tourenwagen Meisterschaft", sein, bei der Talente wie Matthias Lauda gegen arrivierte Stars wie Mika Häkkinen antreten. Für dieses Rennen interessiert sich auch die Konkurrenzstrecke in Voitsberg. Außerdem wird nach den vorliegenden Plänen die WRC (World Rallye Championship) Station in Spielberg machen. Dass eine WRC-Rallye üblicherweise gute tausend Kilometer Länge aufzuweisen hat, könnte allerdings in der Praxis Schwierigkeiten mit sich bringen. Ein Comeback der Formel 1 ist nur mehr bei Testfahrten sowie in der Kategorie "Classic" vorgesehen, wo ehemalige Rennboliden noch einmal um die Wette rasen.


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