Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 16/07 vom 18.04.2007

Als der FC Tirol noch im UEFA-Cup-Halbfinale spielte und Leute wie Peter Pacult, Hansi Müller und den Tormann Tomislav Ivkovic in seinen Reihen hatte, spielte dort auch ein wuchtiger Stürmer namens Alfred Roscher. Johann Skocek, der sich damals Stefan Sprung nannte, führte mit ihm unter dem Titel "Hammer gegen Sängerknaben" nach einem ruppigen Match gegen den AC Torino folgendes Gespräch für den Falter.

"Sie sind als ausgesprochen ruhiger, Spötter sagen, verschlafener Typ bekannt. Was braucht es, um sie heiß zu machen?

Wenn mich drei, vier Italiener umringen und mich schimpfen, muss ich mich wehren. Aber außer diesem Handgemenge, wo ich einem von Torino eine betoniert habe im Affekt, ist nichts passiert.

Man hat sich nach dem Spiel erzählt, Sie seien wie ein rächender Gott in die Kabine des AC Torino gestürmt und hätten dort kurzerhand einige Spieler und Funktionäre verprügelt?

Das stimmt überhaupt nicht. Das muss irgend jemand erfunden haben, der die Italiener nicht leiden kann.

Als Zuschauer fragt man sich bei solchen Spielen, wo der Hass fast mit Händen zu greifen ist, wohin um Gottes willen entwickelt sich der Fußball?

Das frag ich mich oft selber, warum es nicht mehr Schlägereien gibt. Gegen Torino war's so, dass wir zurückgeschimpft haben, als die uns geschimpft haben. Jeder in seiner Sprache." A.T.


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