Wie fad ist Gusenbauer?

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 16/07 vom 18.04.2007

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Hundert Tage Einsamkeit: Das Kabinett Gusenbauer und die Zwischenbilanzzieher.

Die Bilanz der Saison ist für Politberichterstatter klar: Es regiert die ÖVP, die SPÖ ist froh, dass sie den Kanzler hat, Alfred Gusenbauer bleibt eine Episode der Zeitgeschichte und im Übrigen ist die Regierung unglaublich langweilig. Wobei nicht übersehen werden sollte, dass Langeweile erstens keine politische Kategorie ist und zweitens eher etwas über jene sagt, die sich langweilen, als über jene, die jemanden langweilen. Vermutlich geht in Zeiten, da das Reflexivpronomen ausstirbt, die Fähigkeit, zwischen diesen beiden Formen von Fadesse zu unterscheiden, mit verloren. "Gehns, seins net fad!" sagt der Wiener zu jedem, der sich in seiner Gesellschaft langweilt, sagt Karl Kraus.

Gehns, seins net fad, sagen unsere professionellen Politoskopen zum Kabinett Gusenbauer I. Interessanterweise halten sie ihren Befund auch nach den neuesten Entwicklungen in der Abfangjägeraffäre aufrecht.


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