Napoleon im Anmarsch


Raimund Löw
Vorwort | aus FALTER 16/07 vom 18.04.2007

AUSLAND Präsidentenwahlen in Frankreich, erste Runde. Ist der draufgängerische Konservative Nicolas Sarkozy zu stoppen?

Wirtschaftsliberale Kommentatoren tun sich leicht: Die französische Malaise kommt ihrer Ansicht nach von den vielen Einschränkungen und Regeln. Statt marktwirtschaftlicher Flexibilität regiere staatlicher Dirigismus die zweitgrößte Ökonomie der EU, liest man vor allem in angelsächsischen Blättern. Sogar eine Sonderabgabe für die Entlassung von Arbeitnehmern über 58 gebe es in diesem merkwürdigen Land, wundert sich der britische Observer. Frankreich sei das einzige Land der Welt, das eine Strafsteuer für die Anstellung junger Menschen einhebe, so lautet die kühne Interpretation des Blattes. Der britische Economist, die scharfsinnige Stimme der aufgeklärten europäischen Wirtschaft, sieht denn auch im draufgängerischen Konservativen Nicolas Sarkozy einen neuen Napoleon zur Rettung Frankreichs. Die meisten anderen Kandidaten erscheinen den Beobachtern auf

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