Fadenscheinige Gesetzeslösung

Politik | Matthias G. Bernold | aus FALTER 16/07 vom 18.04.2007

ROTLICHT Das Wiener Prostitutionsgesetz ist eine Mischung aus schwammigen Paragrafen und spitzfindiger Scheinheiligkeit. Mit negativen Folgen für Prostituierte, Behörden und Bordellbetreiber. Langsam wird dies auch der Politik bewusst.

Diese Bar steht in keinem Lokalführer. Dabei verbreitet die Ausschank rustikale Wärme, die Sitzecken sind weich gepolstert, es gibt eine Dartscheibe, und Lichterketten blinken vielfärbig und fröhlich. Im Schein der Neonröhren schwingen zwei dunkelhaarige Mädchen ihre Hüften zur türkisch klingenden Musik. Und das knappe Dutzend Gäste nippt gierig am gewässerten Chivas Regal, dem Hausgetränk. Nach ein paar Tanzschritten kuscheln sich die Mädchen zwischen die Männer in den Sitzkojen. Die Wirtin mit den blond gefärbten Haaren schenkt gerne nach. Wenn die Stimmung gut ist und der Schmäh passt, verschwindet bald einmal die eine oder andere mit einem Gast nach draußen.

Das Toby (Name von der Red. geändert) in der Veronikagasse nahe dem Hernalser


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