Knecht

Nur noch zwölfundachtzig Minuten


Doris Knecht
Politik | aus FALTER 16/07 vom 18.04.2007

Bis drei lege ich auf und trinke dazu Bier, um halb vier bin ich im Bett, gegen vier kann ich endlich einschlafen, um acht schickt mir der Lange die Kinder ins Zimmer, um neun fahren wir ins Waldviertel. Die ganze Fahrt hindurch stellt das Kind hinter mir ohne Unterlass Fragen aus dem Wie-lange-wie-weit-Komplex. Mämäääää? Ja, Kind. Müssen wir noch tausend Kilometer fahren? Nein, Kind. Nur zweihundertzweiundzwanzig Kilometer? Oder sieben Miniarden? Mämäää, wie weit ist es noch? Etwa achtzig Kilometer, Kind. Ist das weit, achtzig Kilometer?, wie lange dauert das?, tausend Stunden?, oder zweihundertzweizwanzig? Oder sieben Miniarden?, Mämäääää!, wie lange ist eine Stunde?, immer mit dieser glockenhellen Stimme in der sicheren Schmerzfrequenz. Währenddessen spielt der Lange in tüchtiger Lautstärke das gesamte neue Fehlfarben-Album "Handbuch für die Welt", zwölf lange Lieder lang quäkt mir Peter Hein das Gehirn schlammig, hinten das Kind, vorne Hein, und als wir nach eineinhalb

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