Korrekt zerknautscht

Kultur | Inge Podbrecky | aus FALTER 16/07 vom 18.04.2007

ARCHITEKTUR Das Jüdische Museum Wien erinnert an einen großen Unbekannten der Wiener Moderne, den Architekten Oskar Strnad (1879 bis 1935). In seinem lässigen Wohnstil war nicht einmal Kitsch verpönt.

Dieser Mann war früh dran. 1912 entwirft Oskar Strnad zusammen mit seinem Freund und langjährigen Mitarbeiter Oskar Wlach ein Bürohaus in Eisenbeton mit durchlaufenden Fensterbändern; zehn Jahre später erst werden solche Konstruktionen dem deutschen Kollegen Mies van der Rohe alle Ehre machen. Die Ausstellung über den Wiener Architekten im Jüdischen Museum Wien zeigt noch mehr Erstaunliches: ein Mietshaus aus 1910 bis 1913, das 15 Jahre jünger aussieht. Ein Theater für 3500 Personen mit einem Auditorium, um das eine Ringbühne rotiert. Den Orgelturm der Pariser Weltausstellung 1925, eine wilde Mischung aus Expressionismus und Art Déco. Es offenbart sich ein nonchalanter Umgang mit der Tradition, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts seinesgleichen sucht.

Man fragt sich, wie Oskar


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige