Das Leben ist kein Roman

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 16/07 vom 18.04.2007

THEATER Endlich wird in einem Wiener Theater ein Stück von Simon Stephens gespielt. Der englische Dramatiker vergöttert Manchester United, und er mag die Menschen - obwohl er mehr von ihnen weiß als die meisten seiner Kollegen.

Voriges Jahr erlitt Simon Stephens einen Kulturschock. Das Wiener Volkstheater hatte den englischen Dramatiker eingeladen, gemeinsam mit der jungen österreichischen Autorin Gerhild Steinbuch eine Lesung im Hundsturm zu bestreiten. Die beiden Autoren tauschten Filme aus, Steinbuch zeigte ihrem Kollegen Ulrich Seidls "Hundstage". Stephens war tief beeindruckt: "Unglaublich! Einer der brutalsten Filme, die ich je gesehen habe."

Dabei ist Simon Stephens selbst nicht unbedingt zimperlich. Sein Stück "Motortown", das voriges Jahr bei den Wiener Festwochen gastierte, handelt von einem englischen Soldaten, der aus dem Irakkrieg als psychisches Wrack zurückkommt und auf offener Bühne eine junge Frau ermordet. Mit "Motortown" hat sich Stephens in die Tradition englischer


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