Buch der Stunde

Traurige Revoluzzer

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 16/07 vom 18.04.2007

Der amerikanische Arzt, Anwalt und Journalist William Walker (1824-1860), der mehrmals so verzweifelt wie erfolglos versuchte, Mittelamerika unter seine Herrschaft zu bringen und in Filmen von Marlon Brando und Ed Harris dargestellt wurde, steht im Mittelpunkt des Romans "Pura Vida" von Patrick Deville. Wobei "Mittelpunkt" so ziemlich das unangemessenste Wort ist, das sich in Zusammenhang mit diesem vielstimmigen Textgebilde gebrauchen lässt, in dem alles miteinander verbunden zu sein scheint.

Der Roman vereint Rückblenden auf Walkers Zeit und revolutionäre Bewegungen seit der Französischen Revolution mit einer Reise Devilles auf den Spuren der Sandinisten Nicaraguas, die zur Entstehungszeit des Buchs gerade entmachtet wurden. Inspirieren ließ sich der Autor von der gewissenhaften Recherche vor Ort, von Begegnungen mit Leuten wie Ernesto Cardenal, Erfindungen, Zufallsfunden und exzessiver Zeitungslektüre: "Ich stellte mir ein Buch vor, das jene Träume von Gerechtigkeit und Vernunft


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