Nüchtern betrachtet

Ich kann auch ohne Spargel fröhlich sein

Kultur | aus FALTER 16/07 vom 18.04.2007

Was der warme Winter wirkt, ein Wunder bleibt's dem Laien. Während die Heuschnupfensaison heuer für alle Allergiker um circa zwei Wochen früher anhebt, scheint der Spargel nicht übermäßig flott anzuschieben. Mir jedenfalls ist das lichtscheue Gemüse noch zu teuer. Der hohe Preis mag jetzt daran liegen, dass die vegetabilen Stalagmiten noch rar sind oder daran, dass den Spargelstecher die Gier überkommen hat, und er sich denkt: Zwar sprießt mein fahles Gold schon wacker, aber ich will doch den gleichen Preis verlangen wie letztes Jahr um diese Zeit, als dürftig war die Ernte nach strenger Winterszeit. Weil ich aber wenig Lust habe, mich von Spargelstechern über den Löffel balbieren zu lassen, mied ich samstags die Märkte und zog hinaus vor die Stadt. "Natur, du hast so viel zu geben, es muss nicht Spargel sein," sang ich und tat Äpfel, eine Flasche mit Johannisbeersaft und den Gameboy meiner Tochter in den Ranzen. Und eh wir's uns versahen, waren wir mit Bim, Bahn und Bus,


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