Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 16/07 vom 18.04.2007

Sex

Erwachen Letztens wachte eine Bekannte neben ihrem schon mehrmonatig agierenden Liebhaber auf und fand ihn plötzlich doof. Also so richtig, auch körperlich. Es setzte ein interessanter Impuls ein: Sie wurde stinkewütend auf ihn. Sie fühlte sich des Sinnesrausches beraubt, der sie so lange bei der sprichwörtlichen Stange gehalten hat. Außerdem hatte sie gegenwärtig wenig Löffel für das alte Spiel mit dem Trennen, wieder Treffen, dann ganz Trennen, dann alleine sein, dann die Phase des zu lange Alleineseins, bis die Zeit der vermehrten Testliebhaber wieder einsetzt. Sie fand den eigentlich doch auch nett! Und er konnte lesen, also auch Zeitungen ohne Bilder. Und er kochte, streckenweise sogar Essbares. Wo war denn dem sein Mojo hin, bitte sehr? Schweinepriester. Sie stutzte. Erschüttert stellte sie fest, dass sie sich in einer Beziehung befand. Ach so! Wenn's um Beziehung geht, dann ist ein Durchhänger im Plan. Sie durfte nicht vergessen, ihrer Mutter zu berichten, dass sie nun vergeben war.

HEIDI LIST

Fussball

Buberlpartie Sind die jungen Leute von heute alles ungezogene Gfraster? Bester Gegenbeweis ist die Frank-Stronach-Akademie. Die gut dotierte Nachwuchsschmiede von Austria Wien produziert nur Kicker, die sich - zumindest am Platz - wie die Lamperln benehmen: Blasse Jünglinge, die fragil über den Rasen stelzen; schüchterne Burschen, die sich nie mit dem Schiedsrichter anlegen; rücksichtsvolle Mitläufer, die keinen Gegner anrempeln. Im letzten Heimspiel ging die Höflichkeit so weit, dass der Youngster Philipp Netzer den Mattersburgern - wenn auch nicht ganz freiwillig - das Führungstor auflegte. Das mag alles Ellmayer-reif sein, für die Bundesliga taugt es nicht. Wo sind die Kretzn, die Typen, die Schlitzohren? Hat Andi Ogris keine Söhne?

GERALD JOHN


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