Stadtrand

Sauber, sauber

Stadtleben | aus FALTER 16/07 vom 18.04.2007

Wir gehen natürlich nie einfach an ihnen vorbei und tun so, als ob nix wäre. Das schaffen wir nicht. Schließlich erledigen diese Frauen - Männer machen das eher selten - einen verdammt wichtigen, ziemlich ungustiösen Job. Für ein sauberes Häusel mit ausreichend Klopapier legen wir gern eine Münze in den Häferluntersatz am Eingang. So lange es sich um (halb-)öffentliche Sanitäranlagen handelt. In Bahnhöfen oder Kaufhäusern zahlen wir ohne zu motschgern 50 Cent dafür, dass jemand darauf achtet, dass die WCs sauberbleiben. Aber welcher geschäftstüchtige Wirt ist eigentlich als Erster draufgekommen, seinen Gästen fürs Pipigehen Geld abzuknöpfen? Im Schweizerhaus zum Beispiel: Müsste die Klobenützung nicht schon im eh schon stolzen Preis für Stelzen und Bier inbegriffen sein? Warum müssen wir entweder gegenüber der freundlichen, weißbekittelten Frau am WC-Eingang ein schlechtes Gewissen haben oder uns wie die letzten Trotteln, die sich einfach so abzocken lassen, vorkommen? Uns ist das Trottelgefühl im Zweifesfall ja lieber. Aber auf Dauer ist das auch nix.

M. S.


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