Grau-grüne Eminenz

Stadtleben | Georg Hoffmann-Ostenhof | aus FALTER 16/07 vom 18.04.2007

GUSTAV GLASER (1946-2007) Er war einer der stärksten Typen der 68er-Bewegung. Nachruf auf die Ausnahmeerscheinung "Gugl".

Besonders kräftig war die 68er-Bewegung in Österreich nie. Ein paar starke Typen hat sie aber doch hervorgebracht. Gustav Glaser zum Beispiel. Ob sein Spitzname "Gugl", unter dem ihn alle kannten, auf die Abkürzung seines Namens zurückzuführen oder seiner massiven Gestalt - er hatte 160 Kilo - geschuldet war, konnte nie so recht geklärt werden. Seine starke Präsenz in diesen turbulenten Jahren jedenfalls war nicht nur auf seine Physis zurückzuführen. Für viele schockierend wirkte seine direkte, witzige und scharfzüngige Aggressivität, mit der er als Soziologiestudent und junger Sozialist an der Uni Wien bei Demonstrationen und Veranstaltungen auftrat. Für das - wie man damals sagte - Establishment war Gustav Glaser geradezu eine Schreckfigur. Ganz genau wusste man ja noch nicht, was sich aus der Jugendrevolte entwickeln würde. Die gewaltige Gestalt mit


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