Disziplin und Exzess

Kultur | Gerhard Stöger | aus FALTER 16/07 vom 18.04.2007

MUSIK Extremperformer, Klangterroristen, Wertezerstörer und Popinnovatoren: Um kaum eine Band der jüngeren Musikgeschichte ranken sich so viele Mythen wie um Throbbing Gristle. Mit ihrem ersten neuen Album seit 26 Jahren gastieren die Briten beim Donaufestival in Krems.

Siebenhundertfünfundachtzig. Exakt 785 Stück haben Throbbing Gristle (kurz: TG) 1977 von ihrer Debüt-LP "Second Annual Report" pressen lassen. Hinter dieser Auflage steckte aber kein kunstsinniges Exklusivitätskonzept; mehr als diese 785 Exemplare waren mit dem mühsam zusammengekratzten Budget zum Zeitpunkt der Produktion schlichtweg nicht finanzierbar. Und selbst diese wenigen, auf dem bandeigenen Independent-Plattenlabel Industrial Records herausgebrachten Kopien haben sich anfangs nur sehr schleppend verkauft.

Rückblickend wirkt das einigermaßen grotesk, sollte das Werk von TG in der Folge doch unzählige Künstler inspirieren. Die bekanntesten von ihnen tragen Namen wie Nine Inch Nails, Marilyn Manson oder Die


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