Steirerbrauch

Stadtleben | aus FALTER 17/07 vom 25.04.2007

JAGEN Immer um halb neun, wenn sich der Franz den ersten Kaffee eingschenkt hat, hat er Besuch im Büro kriegt. Das erste Mal hat er gschaut, wie der Kater da war. Gschnurrt. Am Fensterbankerl, fünfter Stock. Hat ihm ein Vogerl bracht das erste Mal, Augerln zu, Flügerln brochen. Dann ist der Kater weg. Der Franz hat´s schwer ghabt, zur Arbeit zrückzufinden. Hat den Unfallbericht tippt, hat auf´s Vogerl draußen gschaut. Hat seine E-Mails gmacht. Hat gsehen, wie das Blut dick worden ist. Irgendwann hat der Franz das Fenster aufgmacht und das Vogerl ein bisserl angschupft. Gfallen, nicht gflogen. Der Kater ist dann jeden Tag kommen. Gschnurrt und ein frisches Vogerl bracht. Dann wollt der Franz auch nicht mehr am Computer sitzen. Hat sich aufs Fensterbankerl gesetzt, auf den Kater gwartet und ist mit jagen gangen.


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