Doppelt schön

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 17/07 vom 25.04.2007

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Das Leben ist nichts für Einfältige. Erst mehrschichtig macht es richtig Spaß. Die Politik genauso.

Kaum war ÖVP-Parteitag, schon ist Erster Mai. Das rauscht alles an einem vorbei, man kommt nicht mehr dazu, über das Wesen der Dinge nachzudenken. Ob das gut ist, weiß ich nicht zu sagen. Das Wesen der Dinge kostet Zeit, und am Ende seiner Zeit kommt man vermutlich drauf, dass es nichts gibt, das es lohnte, auf es draufzukommen. Man winkt noch einmal mit jenem grünen Zweig, auf den man nie gekommen ist, und tritt ab. Aber auf den Versuch zu verzichten, diesem Wesen auf die Spur zu kommen, bedeutet ja angeblich nichts anderes, als auf ein erfülltes Leben zu verzichten. Sinnsucher sind wir, Baby, und manche Inder unter uns versichern uns, erst wenn wir aufhören, den Sinn zu suchen, hätten wir ihn gefunden.

Ich weiß nicht, ob das weiterhilft, aber mir ist klargeworden, dass das Leben eine doppelbödige Sache ist. Mindestens. Am Tag nach dem Tod von Boris Jelzin


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige