Der wahre Jesus

Politik | Robert Misik | aus FALTER 17/07 vom 25.04.2007

KIRCHE Papst Benedikt XVI. will seine Schäfchen intellektuell aufrüsten. Doch sein kluges Jesusbuch zeigt auch, wie tief die geistige Krise des Katholizismus ist.

Vielleicht hat es doch etwas für sich, dass Kardinäle, werden sie zum Papst gewählt, ihren alten Namen ablegen und sich einen neuen geben. Ein bisschen ist das immer auch eine Neuerfindung der Person. Besonders gilt das für Benedikt XVI. Gewiss, das Bild, das man sich vom "Panzerkardinal" Ratzinger, dem schmallippigen Großinquisitor, zurechtgeschnitzt hatte, war auch vor seiner Wahl zum Pontifex ein wenig mit der Axt zugeschlagen. Andererseits ist er mit dem neuen Amt auch zu einem neuen Menschen geworden.

Achtzig wurde Ratzinger vergangene Woche. Und der Mann ist populär. Die Pilgerströme nach Rom sind unter seinem Pontifikat nicht abgerissen, sondern noch einmal angeschwollen - verdoppelt hätten sie sich, ist erstaunt aus dem Vatikan zu vernehmen.

Ist das schon ein Zeichen für die von Ratzinger angestrebte "Re-Evangelisierung"


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige