Presseschau

Medien | Gerald John | aus FALTER 17/07 vom 25.04.2007

Kleine Feldforschung im weiblichen Bekanntenkreis: Warum fliegen auch Frauen, die ihre Lektüre üblicherweise nicht nach der Anzahl der bunten Bilder auswählen, auf Klatschblätter? "Ich suche die Heftln nur nach Orangenhaut, Hängetitten und Wappelärschen ab", gesteht eine Mittdreißigerin, die ungenannt bleiben will: weil es dem Ego einfach guttue, auf ungeschönten Paparazzifotos zu sehen, dass Alter, Alkohol und Schwerkraft auch den Körpern der Reichen und Berühmten zusetzen. Ähnlich eine andere (heimliche) Leserin, die den Zauber der Illustrierten anhand der Gala erklärt. Das Großformat unter den Frauenzeitschriften besteche nicht nur durch generöse Bebilderung, elegantes Layout und strapazierfähiges Papier, sondern auch fein abgestimmte Ausgewogenheit. Etwa die aktuelle Ausgabe: Auf der einen Seite die Babys von "Desperate Housewife"-Star Marcia Cross ("Das große Glück kam mit 45"), auf der anderen die saufende Drew Barrymore ("Wie nah tanzt sie am Abgrund?"). Auch das Paradies hat Schattenseiten - eine wichtige Botschaft im grauen Alltag. Gala lässt die Leserinnen leben.


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