Kommentar

Den Sängerknaben ins Maul schauen

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 17/07 vom 25.04.2007

Einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul, und einem geschenkten Konzertsaal oder Kulturzentrum blickt man erst recht nicht in die Innenausstattung. Die Auseinandersetzung um die Bespielung des sogenannten Augartenspitzes hat vergangene Woche eine überraschende Wendung genommen: Nicht nur der Konzertkristall der Sängerknaben, sondern auch das Konkurrenzprojekt eines Filmkulturzentrums können nun auf einen privaten Finanzier verweisen, der für die Errichtung aufkommen würde (siehe dazu auch Artikel auf S. 60).

Die Positionen der Politik in dieser Causa waren bislang auf dem Spektrum zwischen dezisionistischer Sturheit und einer als bürokratische Korrektheit camouflierten Feigheit angesiedelt. Während sich das in der Tat über die Entscheidungskompetenz verfügende Wirtschaftsministerium auf die Seite des Sängerknabenprojekts geschlagen und auch Bürgermeister Michael Häupl aus seinem Herzen für den Knabengesang keinen Hehl gemacht hatte, begnügten sich andere


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