Schlappmachen gilt nicht

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 17/07 vom 25.04.2007

MARIE ZIMMERMANN (1955-2007) Eines langen Tages Reise in die Nacht: Die Schauspieldirektorin der Wiener Festwochen hat sich das Leben genommen.

Eines ihrer Lieblingsworte war Beschaffungskriminalität. Wenn Marie Zimmermann von Künstlern sprach, die ihr imponierten, lobte sie gern deren "hohe beschaffungskriminelle Energien". Das war natürlich scherzhaft-metaphorisch gesprochen, aber darüber hinaus auch symptomatisch für Zimmermanns Berufsauffassung. Sie war ein Theaterjunkie, und sie scheute keine Mühen, um an guten Stoff zu gelangen. Wie sich jetzt zeigte, war der Preis am Ende doch zu hoch: Am Mittwoch vergangener Woche hat sich Marie Zimmermann in einer psychiatrischen Klinik in Hamburg erhängt.

Die Nachricht vom Tod der 51-jährigen Festivalmacherin kam auch für enge Mitarbeiter überraschend. Dass eine wache, witzige Frau wie Zimmermann, die ständig unter Strom stand, offenbar seit längerem unter schweren Depressionen litt, konnte sich niemand vorstellen. Noch im vergangenen

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