Stadtrand

Vorbild & Wirkung

Stadtleben | aus FALTER 17/07 vom 25.04.2007

Mitten im 17ten. Bei einem mit Sträuchern bewachsenen Fleck Erde neben einem Supermarkt rücken Baumaschinen an. Bagger beginnen damit, das Grünzeug niederzuwalzen, ein Anrainer fragt, was das jetzt soll. "Hier kommt ein Grünstreifen hin", sagt ein Arbeiter im Auftrag der MA irgendwas. Aha, sagt der Anrainer, fragt, ob er vielleicht vorher noch die Pflanzen entfernen darf, und beginnt damit, Sommerflieder, Forsythien und Spieren auszubuddeln. Weitere Anrainer retten Büsche vor der Planierraupe, graben Pflanzen aus und schaffen sie in ihre Gärten und auf Dachterrassen. Dann macht der Mann mit dem Bagger weiter. Ein paar Tage später wird klar, in welche Richtung dieser Grünstreifen gehen wird: Parkplätze. Wo's vorher schön grün war, ist jetzt Asphalt (obwohl der Supermarkt eh eine Tiefgarage hat und just nebenan eine Volksgarage gebaut wurde). Frage an die Stadtverwaltung: Denkt da wer beim Planen? Wieso soll man als Gartenbesitzer Büsche pflanzen und Oberflächen nicht versiegeln, wenn im Gegenzug die Stadt alles zupflastert? Und wieso hat man letzte Woche ein paar Meter weiter einen Baum umgesägt? C. W.


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