Sohn eines Fetischpriesters

Kultur | Tiz Schaffer | aus FALTER 18/07 vom 02.05.2007

KUNST Der grenzskurrile Stadtmaler Enks aus Ghana verleiht Graz auf seinen Bildern eine farbenfrohe afrikanische Aura.

Emmanuel Kwabina Nkrumah, besser bekannt als Enks, liebt Graz. Und die Bibel ebenso wie den Schloßberg. Eines seiner Bilder des Grazer Buckels veredelte er mit einem Matthäus-Zitat: "Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben." Und er erfreut sich an allem, was diese Stadt sonst noch an visuellen Eindrücken zu bieten hat. Deshalb malt er unentwegt Bilder. Aber nicht nur deshalb. "Meine Taschen sind leer", sagt er und zückt ein rauledernes Portemonnaie. Gähnende Leere. "Überall hängen meine Bilder, überall kann man meinen Namen lesen, aber meine Taschen sind leer."

Enks ist Asylwerber, seine Zukunft ist unklar. Aber Enks ist kein Mann von Traurigkeit. Zumindest an der Oberfläche versprüht er Elan und Charme. Und äußerst viel Humor. Dabei hat der meist in einem weißen Arztkittel anzutreffende Künstler einen steinigen Lebensweg hinter sich.


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