Wie aus Haiders Feder

Heinz Fronek | Vorwort | aus FALTER 18/07 vom 02.05.2007

KOMMENTAR Offener Brief an Sozialminister Buchinger, der im "Falter"-Interview (16/07) fragwürdige Positionen vertrat.

Wenn sich eine Privatperson zu einem Thema äußert, ist es akzeptabel, wenn die Meinung einseitig ist oder wichtige Fakten unberücksichtigt bleiben. Wenn aber ein Regierungsmitglied Stellung zu brisanten gesellschaftlichen Fragen bezieht, dann darf man ein Mindestmaß an Reflexion voraussetzen. Im Gespräch mit dem Falter, das unter dem vielsagenden Titel "Ich kenne keine Scheu" erschienen ist, haben Sie - zumindest zwei Mal - gegen dieses Gebot verstoßen.

Zunächst haben Sie sich dagegen ausgesprochen, dass Asylwerber Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt bekommen. Besonders hanebüchen war dabei Ihre Begründung: "Es würde der junge Asylwerber aus Tschetschenien, bei dem nicht sicher ist, ob er im Land bleiben kann, den älteren Türken, der seit dreißig Jahren in Österreich lebt, vom Arbeitsmarkt verdrängen." Folgt man Ihrem Argument, dann stellt das Arbeitsverbot

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