A-Zug trifft B-Zug

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 18/07 vom 02.05.2007

BILDUNG Wien will ab 2009 die Gesamtschule - und wird nun von der Bildungsministerin gebremst. Bedeutet so eine Schule mehr Chancengerechtigkeit? Oder bloß das Auswechseln der Türschilder auf Gymnasien und Hauptschulen?

Der Bauernbub Willi und das Arbeiterkind Doris haben eines gemeinsam: Beide durften nicht ins Gymnasium. Weil Willi aber am Land aufwuchs und Doris im roten Wien, hieß seine Schule "Hauptschule" und ihre "integrative Gesamtschule" - auch wenn dasselbe unterrichtet wurde. Während die SPÖ seit über hundert Jahren für die "klassenlose" Schule der Arbeiter- und Fabrikbesitzerkinder kämpft und dies zumindest in Wien mittels einzelner Schulversuche durchzusetzen versuchte, warnte die ÖVP vor einer "Eintopfschule" und "Gleichmacherei" im Schulsystem.

Jetzt wollen die Sozialdemokraten die Gesamtschule zumindest in der Bundeshauptstadt flächendeckend einführen. Denn der ehemalige Hauptschüler Wilhelm Molterer ist zwar Vizekanzler und das Arbeiterkind Doris Bures Frauenministerin,


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