Chefsache: Sozialfighter

Politik | Julia Ortner | aus FALTER 18/07 vom 02.05.2007

KOALITION "Soziale Gerechtigkeit" - das sagt Alfred Gusenbauer gerne. Die neue Regierung trägt ihre Pläne zur Armutsbekämpfung und Pflegereform demonstrativ vor sich her. Wie sozial ist Rot-Schwarz wirklich?

Geschieden, zwei Kinder, Teilzeitjob - ein Leben, immer knapp an der Armutsgrenze entlang. Der 35-Jährigen geht es wie Tausenden anderen Alleinerzieherinnen in Österreich. Den Job als Putzfrau im Gemeindeamt hat sie ein paar Monate lang, das restliche halbe Jahr kriegt sie keine Arbeit, weil sie keine abgeschlossene Ausbildung hat. Wegen des kleinen Einkommens ist auch das Arbeitslosengeld so gering, dass sie davon nicht leben kann. Die Frau kann eigentlich nur aufs Alter hoffen: Erst dann hat sie Anspruch auf 726 Euro monatlich.

Zumindest in einem Bereich verfügt Österreich schon lange über eine Mindestsicherung - und keiner hat sich drüber echauffiert. Pensionisten mit kleinsten Einkommen erhalten über die Ausgleichszulage ein Mindesteinkommen. Das wurde von der großen Koalition


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