Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 18/07 vom 02.05.2007

Wenn's um Serien geht, darf man keinen Genierer kennen. Grundsätzlich gilt: So ein regelmäßiges TV-Stück gibt dir Halt und Geborgenheit, ganz egal, wie blöd und anspuchslos es sein mag. Und daher ziehen sich auch die Guten unter uns jede Woche unpackbaren Stumpfsinn rein. Wie etwa dieser feine Kollege, der Layout-Meister, ein stiller Künstler, der mir kürzlich gestand, ausgerechnet "Grey's Anatomy", die Ärzte-Soap für Unterstuflerinnen, anzuschauen. Seine gewagte Ausrede: "Ich hatte diesen Unfall, da hat mich Krankenhaus halt angesprochen." Oder die lieben Mädchenzimmerkollegen - er schaut sich allen Ernstes die krasse Hugh-Hefner-Homestory "Girls from the Playboy Mansion" an, sie ist auf die Dorfgemeinschaftsschnulze "Gilmore Girls" reingekippt. Selbst unser strenger Filmpapst hat einst als Bub ganz tief hinuntergegriffen: "Die Waltons", brummt er und schämt sich. Keine Schande, denn mir selbst ist nichts zu tief. Jemand, der sich parallel zu "Das Traumhaus" "Bauer sucht Frau" gibt und die letzte Staffel der Trauma-Teenie-Schmonzette "O.C. California" kaum erwarten kann - der hat echt ein Problem.


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