Eigeninitiative mit Attitüde

Florian Obkircher | Stadtleben | aus FALTER 18/07 vom 02.05.2007

SZENE Konzerte organisieren, Fanzines gestalten, Labels gründen: Vor zehn Jahren erblühte in Wien Favoriten die Do-it-yourself-Szene. Eine Rückschau.

Die Lieblingsband hat unsere Heimatstadt nicht auf ihrem Tourplan? Dann lass uns doch selbst das Konzert organisieren!" Diesem Motto folgend, belebte eine Gruppe Gleichgesinnter das subkulturelle Leben Wiens in den ausgehenden Neunzigerjahren. Für Werner Schröttner, Kurator der Ausstellung "Da könnt ja jede/r kommen. Circa 10 Jahre D.I.Y.-Kultur in Wien", war eben diese Attitüde der Selbstermächtigung und Partizipation in jungen Jahren quasi Lebenselexier. Nach US-amerikanischem Vorbild, wo diese sozialpolitische Popkultur eine lange Tradition aufweist, machten sich damals in Wien circa siebzig Leute daran, sich Strukturen abseits von Profitorientierung und Kommerzialisierung aufzubauen. Political Correctness, Eigeninitiative und zusammenschweißende Begeisterung für Musik waren die Maxime jener Tage. So gestalteten die Beteiligten

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