Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 19/07 vom 09.05.2007

Das Waldsterben haben wir schon vergessen, damals aber führte es zu allerlei Besorgnissen, Aktionen und zu einem Interview, das Ihr Chronist gemeinsam mit Christian Ankowitsch (genau, mit dem aus dem Extrazimmer) mit Herbert Rainer führte. Der Jurist und Hainburg-Aktivist hatte sich an die Spitze der Waldretter gesetzt und das "Kuratorium Rettet den Wald" gegründet.

Der Leitartikel von Chefredakteur Mischa Jäger hingegen artikulierte die in der Sache höchst angebrachte Skepsis. "Vor einem Jahr habe ich in einem Interview mit dem Hainburgaktivisten Günther Schobesberger über Möglichkeiten und Grenzen politischen Engagements in Umweltfragen gesprochen. Der Biologe meinte damals, (…) dass es angesichts des bereits erreichten Stadiums der Umweltzerstörung notwendig sei, den Kampf um die Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse zugunsten des Umweltschutzes hintanzustellen (…) Auf ähnlichen Überlegungen basiert die soeben anlaufende Großaktion, Der Wald sitzt auf Nadeln'. Auch hier: Kooperation mit der Macht, strategisches Kalkül mit deren Angst, in Legitimationsschwierigkeiten zu geraten, der Zweck heiligt die Mittel. Die Gesellschaft, begründet Niklas Luhmann (Die ökologische Kommunikation) seine Skepsis gegenüber moralischen Umweltstrategien, reagiert auf ökologische Bedrohung, wenn überhaupt, nur in Teilsystemen und daher notwendigerweise unangemessen." A.T.


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