Eurofighter-Nervenkrieg

Rangeln um Rabatte

Politik | aus FALTER 19/07 vom 09.05.2007

Nein, "auf den Knien" werde er den Vertretern von Eurofighter nicht entgegen rutschen: Verteidigungsminister Norbert Darabos gab sich Montag Abend beim Untersuchungsausschuss zum Abfangjäger-Kauf wieder einmal betont selbstbewusst. Anlass für die Stichelei war ein "dürres Mail", mit dem Eurofighter-Chef Aloysius Rauen vor bereits eineinhalb Wochen einen Termin mit Darabos absagte. Der Minister fasste die Mitteilung als endgültigen Verhandlungsstopp auf, Eurofighter spricht bloß von einer Verschiebung. Schließlich wolle Darabos vor Ende des Ausschusses im Sommer ohnehin keine Entscheidung treffen.

Die Verhandlungen zwischen den deutschen Kampfjet-Anbietern und dem österreichischen Ressortchef spitzen sich zu. Die SPÖ hat vor der Wahl vom vergangenen Herbst versprochen, die vom Rüstungskonzern EADS produzierten 18 Eurofighter abzubestellen. Seit mit der Zahlung von EADS-Lobbyist Erhard Steininger an die Frau des Bundesheer-Airchiefs Erich Wolf ein potentieller Ausstiegsgrund aus dem Vertrag vorliegt, scheint das Ziel in Reichweite. Doch die Kanzlerpartei hat noch nicht entschieden, ob sie aufs Ganze gehen und damit einen langen Rechtsstreit riskieren soll, oder doch nur einen Rabatt oder eine Reduktion der Stückzahl anpeilt. Die Eurofighter-Anbieter wiederum werden erst dann großzügige Nachlässe gewähren, wenn ihnen andernfalls das ganze zwei Milliarden-Geschäft ganz durch die Lappen zu gehen droht.

Darabos selbst spricht von einem Pokerspiel, bei dem jene Seite zu den besseren Konditionen aussteigt, die nicht die Nerven wegschmeisst. Prompt legte der Minister nach und prophezeite, dass der Eurofighter bei der ersten Qualitätskontrolle durch seine Beamten durchfallen werde. Womit der erste Flieger nicht Ende Mai eintreffen könnte.


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