Europas erster Neocon

Politik | Robert Misik | aus FALTER 19/07 vom 09.05.2007

FRANKREICH I Kleiner Mann, großes Ego. Mit satter Mehrheit wirft sich das Land einem konservativen Revolutionär in die Arme. Wie tickt der "zornige Outsider" Nicolas Sarkozy, der neue französische Präsident?

Es gibt Gesichter, von denen man sagt, sie haben Charakter. Das Gesicht von Nicolas Sarkozy ist so eines. Etwa, wenn sich in ihm die Anspannung in ein seltsam verhuschtes Lächeln auflöst, das halb arrogant, aber auch ein bisschen feminin wirkt; wenn er eine seiner clownesken Grimassen schneidet. Man hat dann sofort das instinktive Gefühl: Das ist nicht eines der Durchschnittsgesichter, die man im Politikbetrieb so oft schon gesehen hat.

Sonntag, 23.05 Uhr, Place de la Concorde. Vor Zehntausenden Anhängern lässt sich der 52-jährige Triumphator feiern. Im Grunde weiß Sarkozy schon seit dem Nachmittag fix, dass er der nächste Präsident Frankreichs ist. "Ich werde euch nicht verraten. Ich werde euch nicht belügen", ruft er seinen Wählern zu. Das ist mehr als nur eine Floskel.


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