Held für einen Tag

Medien | Stefan Apfl | aus FALTER 19/07 vom 09.05.2007

KOSOVO In einer Gesellschaft der Sprachlosigkeit stellt Migjen Kelmendi jene Fragen, die keiner hören will. Seine Wochenzeitung "jáva" erhält als Antwort nun den "Press Freedom Award".

Draußen kreisen Helikopter über den Dächern. Uno-Fahrzeuge drehen ihre Runden. Nachts streunen Rudel wilder Hunde durch die Straßen, an deren Rändern vielerorts Müll liegt. Langsam und mühselig scheint diese Welt zugrunde zu gehen. Doch in der Brasserie "De Rada" dudelt Jazz aus den Boxen und mischt sich unter die zwitschernden Stimmen. Ein Mann sitzt bei einem Espresso und erzählt sanft gestikulierend die Geschichte dieser Welt. Es ist PrisÇtina, Kosovo, 2007.

Der Mann trägt Bluejeans, schwarze Lederjacke und ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen, an denen die jungen Menschen, die mit ihm am Tisch sitzen, gespannt hängen. Er sieht aus wie ein Lausbub, der inzwischen selbst Noten vergibt. Mit plötzlich ernstem Blick wendet er sich dem ausländischen Besucher zu: "Was denken Sie über Kosovo?"


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