Zärtliche Grausamkeit

Kultur | Peter Nau | aus FALTER 19/07 vom 09.05.2007

FILM Eine großangelegte Retrospektive erinnert an den aus Wien gebürtigen Regisseur und Schauspieler Erich von Stroheim (1885-1957), der in seinen Filmen Lyrik und Laster zu einzigartiger Synthese brachte.

Eine Rückschau auf Stroheim-Filme führt immer auch zur Wiederauferstehung der habsburgischen Monarchie als einer sterbenden. In Wien, Monteblanco und "Hessau-Nassen" dreht sich ein unaufhörlicher Reigen der Liebe um Grafen, Prinzen und Kronprinzen, um Hoheneggs, Petrovitchs und Wildeliebe-Rauffenburgs. Eine Fantasie- und Märchenwelt, die sich auf einen einzigen Gegenstand reduziert, den von Geld und Liebe. Am Schluss wird immer geheiratet, das Geld. Verzichtet allerdings der adelige Liebhaber auf die Frau seines Herzens (falls also zur Liebe nicht auch noch das Geld kommt), dann haben die Filme am Idealen, am Abglanz jener unerfüllten Liebe ihr Leben. Stroheim gilt als geistvoll und bissig, aber nur Unkenntnis dieses Filmdichters vermöchte in der Vorstellung zu verharren, ihm fehle


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