Münster ohne Marx


Matthias Dusini
Kultur | aus FALTER 19/07 vom 09.05.2007

KUNST Der litauische Künstler Deimantas NarkevicÇius zeigt in der Secession die Reste sowjetischer Vergangenheit. Nun holt ihn die politische Gegenwart ein.

Die Menschenmenge jubelt, als sie die auf einem Lastwagen festgezurrte Leninstatue erblickt. Dann hebt ein Kran Lenin in die Höhe, lässt ihn in der Luft schweben. Applaus brandet auf. Ein paar verkehrt herum abgespulte Sequenzen genügten Deimantas NarkevicÇius, um den Lauf der Geschichte umzukehren. Denn das originale Filmmaterial für das in der Secession gezeigte Video "Once in the XXth Century" (2004) zeigt eigentlich die bejubelte Verabschiedung Lenins aus dem öffentlichen Raum nach der Unabhängigkeit der baltischen Staaten 1990. NarkevicÇius' Kunstgriff leuchtet ein. Er kennzeichnet die (De-)Montage als wichtige Technik zweier Sphären von Öffentlichkeit: des schwerfälligen öffentlichen Raums mit seinen Denkmälern und des leichter zu manipulierenden massenmedialen Raums.

Wie fragil die Beziehungen der baltischen Staaten

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