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Kultur | aus FALTER 19/07 vom 09.05.2007

Roman

Davide Longo:

Der Steingänger

Karg ist die Landschaft, wortkarg ist der Mensch des Piemont. Diesen Eindruck vermittelt jedenfalls der erste ins Deutsche übersetzte Roman von Davide Longo mit dem adäquat karstigen Titel "Der Steingänger". Am Anfang steht ein Mord und die Einsicht der Dorfbewohner, dass einer wie Fausto natürlich nicht im Bett stirbt. Ansonsten aber wird - so wie in den Filmen von Aki Kaurismäki - entschieden mehr geraucht als geredet. Ersetzt wird die Maulfaulheit der Figuren durch viel Meteorologie und detaillierte Beschreibungen des relativ archaisch wirkenden Dorfes, durch philosophische Erzählkommentare und durch einen ennervierenden Hang zu poetisch gemeinten Vergleichen, die sich vorzugsweise auf die Abgründigkeit von Augen und die paradoxe Natur der Stille beziehen: "Zwischen Kapuze und Bart funkelten zwei stechend grüne Augen, die das Licht verschluckten"; "In der Stille (…) schien es, als schrie das verängstigte Schweigen aus einem Zimmer mit lauter


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