Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 19/07 vom 09.05.2007

Heile Welt Zuerst fuchtelt ein Jugendlicher schreiend mit einer Pistole herum, darauf folgt wie zum Hohn der Filmtitel: "Heile Welt". Am Anfang von Jakob M. Erwas Regiedebüt stehen die Zeichen auf Hysterie, aber so schlimm kommt es erst einmal gar nicht: Wie eine Teenagerclique rund um die beiden Busenfreunde Jolly und Bolz einen Tag lang durch Graz streunt, das schildert Erwa im ersten Drittel seines episodisch vernetzten Ensembledramas erfreulich beiläufig und ohne große moralische Entrüstungsgesten über "die Jugend von heute". Sogar ein halbernster Raubüberfall im Puff erscheint hier in erster Linie als übermütiges Pubertätsritual und nicht als sensationalistisch ausgeleuchtetes Verwahrlosungssymptom nach dem Larry-Clark-Modell. Das eigentliche Problem sind in "Heile Welt" nicht die Kids, sondern die Eltern. Nicht nur wird den brutalen Patriarchen und überforderten Singlemüttern hier (eher holzschnittartig) die Schuld am Fehlverhalten ihrer Kinder zugeschrieben, auch den Film


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