Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 19/07 vom 09.05.2007

Sex

Vagina-SMS Diese Japaner! Nach dem Tamagotchiwahnsinn schwappen jetzt ihre Handyminiromane daher. Ich halte ja das Ritual des Umblätterns für unverzichtbar. "Na, Schatz, gehen wir?" "Gleich, ich scroll nur das Kapitel fertig." Es wird viel Hirnschmalz investiert in die Entwicklung von verheißungsvollen Titeln wie z.B.: "Babyschuhe zu verkaufen. Ungetragen." Stimmt, da steckt eine Riesengeschichte dahinter. Untersuchen wir, ob man folgende Sexstorys lesen will: "BH zu verkaufen. Ungetragen." Geht nicht. "BH zu verkaufen. Diesmal getragen." Schon eher. Vielleicht muss Mystik hinein: "Das Verschwinden der Liebeskugeln." Bücher mit Ratgebercharakter könnten ansprechen: "Ärsche. Pflege und Wartung." Vielleicht was Zünftiges? "Golden Shower beim Huaber Bauer!" Sex und Politik - immer ein Knaller! Wie wäre: "Gusis Verkostungen"? Obwohl, das klingt dann doch nach Ladenhüter. Auf die Bühne kommen die Dinger aber wohl nie. Die "Vagina-SMS" scheinen kein abendfüllendes Programm zu sein.

Heidi List

Fussball

Alle Neune Pasching heißt bald FC Kärnten, und in die Red Zac Liga steigt wohl der ASK Schwadorf auf. Dass Landeshauptmann Haider sich einen Bundesligaklub ins Land kauft, ist sowohl sportlich als auch politisch fragwürdig. Und dass der neureiche Verein aus dem Nest bei Schwechat einem Traditionsverein wie dem Wiener Sportklub die Show stiehlt, ist sehr unerfreulich. Die aktuellen Entwicklungen haben aber auch etwas Positives. Schon bald könnte eine alte föderalistische Vision Wirklichkeit werden: eine Zehnerliga mit Vereinen aus allen Bundesländern! Nächstes Jahr müsste Ried absteigen (was außerhalb des Innkreises niemandem wehtun würde) und Schwadorf abermals aufsteigen (was dem größenwahnsinnigen Präsidenten durchaus zuzutrauen ist) - und die ideale Bundesliga wäre perfekt. Aber ob es das wert ist?

Wolfgang Kralicek


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